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Sinus pilonidalis
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Der Sinus pilonidalis (von lateinisch pilus ‚Haar‘ und nidus ‚Nest‘) ist eine chronisch-entzĂŒndliche Erkrankung der GesĂ€ĂŸfalte (Rima ani). Synonyme fĂŒr die Erkrankung sind Steißbeinfistel, Pilonidalzyste oder Sakraldermoid. Nach hĂ€ufiger Auffassung wird die Erkrankung durch in die Haut penetrierende Haare verursacht. Andere Meinungen gehen von einer angeborenen (kongenitalen) Missbildung aus. Auch Traumata (beispielsweise durch StĂŒrze verursacht) werden als mögliche Ursache diskutiert. Die beste Übersicht ĂŒber dieses Krankheitsbild bietet die S3-Leitlinie der AWMF und ihre entsprechenden Veröffentlichungen.cite-ref-1[1]cite-ref-2[2]

Contents

‱ Ursachen
‱ Stadien
‱ Therapie
‱ Operation
‱ Prophylaxe
‱ Siehe auch
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Epidemiologie

Der Pilonidalsinus ist eine Erkrankung hauptsĂ€chlich junger MĂ€nner, bei der sich Haare im Weichteilmantel ĂŒber dem Kreuzbein nachweisen lassen. Die sich anschließende EntzĂŒndungs- und Fremdkörperreaktion fĂŒhrt zur Bildung von GĂ€ngen mit narbigen GangwĂ€llen, die dann sekundĂ€r – von hautoberflĂ€chenwĂ€rts in die Tiefe – epithelialisieren.cite-ref-3[3] Einmal epithelialisiert, bildet sich der Fistelgang nur noch selten zurĂŒck. In der Tiefe der prĂ€sakralen Weichteile findet sich in 10–20 % der FĂ€lle zusĂ€tzlich eine Höhle, in der sich ein HaarknĂ€uel befindet – das der Krankheit namensgebende Haarnest. GĂ€nge und Haarnest unterhalten eine chronische EntzĂŒndungsreaktion, die akut exazerbieren kann. Die Erkrankung kann ausschließlich chirurgisch saniert werden.

Von Herbert Mayo im Jahre 1833 zuerst schriftlich erwĂ€hnt, hat A. W. Anderson in seiner Publikation „Hair extracted from an ulcer“ 1847 erstmals ĂŒber einen Haarfund in einem Ulcus „auf dem RĂŒcken“ eines 21-jĂ€hrigen Waldarbeiters berichtet [Mayo 1833, Anderson 1847]. Injektionen von Silbernitrat und Quecksilberchlorid in die Fistelöffnung brachten keine Heilung, und auch die Inzision des druckschmerzhaften paramedianen Herdes fĂŒhrten nicht zu einem Sistieren der Pussekretion – bis er aus der Tiefe der Wunde ein HaarbĂŒschel entfernte. Innerhalb der darauffolgenden drei Wochen verheilte der Befund. Es war Hodges 1880, der den Begriff des Haarnestes – Pilonidalsinus (von Lat. pilus = Haar; nidus = Nest) prĂ€gte, und so dieser weitverbreiteten Erkrankung einen Namen gab [Hodges 1880].

Die geschĂ€tzte jĂ€hrliche Inzidenz betrĂ€gt in Europa und Nordamerika 26 auf 100.000 Einwohner; in den MittelmeerlĂ€ndern ist die Inzidenz am höchsten, in Afrika und Asien ist diese Erkrankung nahezu unbekannt. Dickes, gerades Haar begĂŒnstigt die Bildung des Pilonidalsinus, wĂ€hrend weiche, gekrĂ€uselte Haare diese vermeiden.cite-ref-4[4] Da MĂ€nner 4- bis 12-fach hĂ€ufiger als Frauen betroffen sind und der Altersgipfel im 16. bis 26. Lebensjahr liegt, ist die Erkrankung auch bei jungen Rekruten ein nicht unbetrĂ€chtliches Gesundheitsproblem. Aufgrund des gehĂ€uften Auftretens bei US-amerikanischen Soldaten im Zweiten Weltkrieg wurde die Erkrankung im englischen Sprachraum auch Jeep’s disease oder auch Jeep driver’s disease beziehungsweise Jeep rider’s disease genannt. Mittlerweile hat sich gezeigt, dass Autofahren oder angeblich mangelnde Hygiene nicht fĂŒr die Erkrankung verantwortlich sind.cite-ref-5[5]cite-ref-6[6]

Auch kann das Krankheitsbild bei Friseuren zwischen den Fingern (interdigital) auftreten und wird durch eingedrungene Schnitthaare verursacht, weshalb die Krankheit auch als „Zwischenfingerhaartaschenerkrankung“ oder eben „Friseurkrankheit“ bezeichnet wird. Hundefriseure und Schafscherer können hiervon ebenfalls betroffen sein.

Bei Bundeswehrsoldaten ist die Inzidenz zwischen 1986 und 2006 von 50/100.000 auf 260/100.000 angestiegen; ein vergleichbarer Anstieg findet sich auch im Bereich der zivilen Bevölkerung.cite-ref-7[7] Zugleich verringert sich das Erkrankungsalter weiter. Die Ursachen sind unklar.

Ursachen

Es gibt zwei Thesen zur Ursache:

Angeborene Pilonidalzyste

Bis Mitte des 20. Jahrhunderts wurde fĂ€lschlicherweise davon ausgegangen, dass der Pilonidalsinus angeboren sei, da er ausschließlich in der Mittellinie zu finden ist. Das Haarnest, so wurde postuliert, sei wĂ€hrend eines fehlerhaften Ektodermschlusses ĂŒber dem Neuralrohr durch Versprengung von Haarfollikeln in das Subkutangewebe entstanden [Fox 1935]. Auch könne ein Neuroporus (eine Öffnung am Ende eines Neuralrohres bzw. Nervenrohres) erhalten geblieben sein, der eine Verbindung zu Steißbeinspitze, Analrand, Damm oder Sakralhaut schaffe [Gage 1935; Kooistra 1942]. Alternativ sei eine embryologische angelegte VestigialdrĂŒse (Ă€hnlich der am schwanznahen RĂŒcken der Vögel angelegten TalgdrĂŒse) die Ursache [Tourneux 1887].

In der Tat können Pilonidalsinus in seltenen FĂ€llen bereits in utero im Ultraschall dargestellt werden [Efrat 2001; Zimmer 1996] und auch mit RĂŒckbildungsstörungen wie dem sogenannten Faunenschwanz verknĂŒpft sein [Laurent 1998]. Kongenitale Sinus sind mit einer erhöhten Inzidenz an kongenitalen Anomalien von RĂŒckenmark und Spinalkanal behaftet [Avni 1991; Goldberg 1978]. Ferner ist bekannt, dass durch hohe Phenytoin-Spiegel wĂ€hrend der Schwangerschaft eine Pilonidalsinus-Bildung bei Neugeborenen hervorgerufen werden kann [Yang 1978]. FĂŒr die ektodermale Theorie der versprengten Hautanhangsgebilde spricht, dass Pilonidalsinus nur streng in der Mittellinie der hinteren Schweißrinne auftreten – der Fusionslinie der dorsalen Raphe. FĂŒr eine genetische Veranlagung spricht weiter, dass eine familiĂ€re HĂ€ufung des Pilonidalsinus zu beobachten ist [Akinci 1999]. Dennoch ist der im prĂ€pubertĂ€ren Alter auftretende [Chamberlain 1974] und entzĂŒndete Sinus pilonidalis eine Seltenheit; wenn, tritt er 4,5-fach hĂ€ufiger bei MĂ€dchen als bei Jungen auf [Gollady 1990].

Gegen die Theorie des Neuroporus spricht, dass nur selten ĂŒber Meningitiden als Folge einer Pilonidalsinuserkrankung berichtet wird [Brook 1985; Forgrave 1951]. Gegen die Theorie des versprengten Ektoderms spricht, dass sich keine weiteren, mitversprengten Hautanhangsgebilde wie TalgdrĂŒsen, Follikel oder SchweißdrĂŒsen in den GĂ€ngen oder dem Haarnest des Pilonidalsinus darstellen lassen [Dahl 1992; Stelzner 1984]. Auch erklĂ€ren die kongenitalen Theorien nicht, warum die Erkrankung in der PubertĂ€t gehĂ€uft, und dort vermehrt bei MĂ€nnern auftritt [Akinci 1999]; warum Patienten mit einem steileren GesĂ€ĂŸspalt [Akinci 2009] und einer dickeren prĂ€sakralen Fettpolsterung [Balik 2006] zur Sinusbildung neigen.

Erworbener Pilonidalsinus

Der erworbene Sinus pilonidalis ist weitaus hĂ€ufiger als die extrem seltene angeborene Form. Zur Entstehung des erworbenen Sinus gibt es zwei Theorien: FrĂŒher ging man davon aus, dass der Pilonidalsinus infolge einer Haarbildungsstörung entsteht, bei der das von der Haarwurzel gebildete Keratin nicht geordnet zu einem Haar aufgebaut wird, sondern als schollenförmig abgelagertes Keratin zunĂ€chst Ausgangspunkt eines Fremdkörpergranuloms (der Abkapselung des Materials) und in einem zweiten Schritt durch Infektion mit den normalen Bakterien der Haut zu einer eitrigen EntzĂŒndung (Abszess) wird (Follikulitis-Plug-Theorie). Dieses erklĂ€rt jedoch nicht, warum bei intergluteal völlig unbehaarten Frauen ein Pilonidalsinus entstehen könnte. Heute hingegen verdichten sich die Hinweise, dass der Pilonidalsinus durch das Eindringen von Schnitthaarfragmenten durch die intakte Epidermis hindurch erfolgen kann. In diesem Fall findet man in dem Fistelgang bzw. der Abszesshöhle bis zu 400 kurze, scharfe Haarfragmente [Bosche 2017]. Diese Schnitthaare stammen in nicht wenigen FĂ€llen vom Hinterkopf, wie kriminaltechnische und statistische Verfahren zeigen konnten [Doll 2018]. Diese Schnitthaare sind bereits unmittelbar nach dem Haarschnitt in der hinteren Schweißrinne bis in dem Lendenwirbelbereich nachweisbar.cite-ref-8[8] HĂ€ufige Kurzhaarschnitte von trockenem Haar sowie Rasur von Nacken, RĂŒcken und GesĂ€ĂŸ erhöhen die Anzahl der scharfen Haarfragmente und erhöhen die Rezidivrate nach Operation.cite-ref-9[9] Dieser Mechanismus könnte auch erklĂ€ren, warum Pilonidalsinus – neben der Anwesenheit der jungen MĂ€nner mit entsprechendem Krankheitsdisposition – im MilitĂ€r hĂ€ufiger zu beobachten ist.cite-ref-10[10]

Stadien

Blande Verlaufsform

Die blande (milde) Verlaufsform ist die schwĂ€chste Form. Sie weist keinerlei EntzĂŒndungszeichen auf. In der Rima ani (GesĂ€ĂŸfalte) bestehen nur wenige kleine Fistelöffnungen, die im Deutschen als „Porus“, im Englischen als „pit“ bezeichnet werden. Darunter findet man einen subkutan gelegenen Hohlraum (Sinus), der von Granulationsgewebe umgeben ist.cite-ref-igors-11-0[11]

Akut abszedierende Verlaufsform

Durch Reibung der GesĂ€ĂŸhĂ€lften aneinander kommt es gerade bei starker Behaarung zu einer Einspießung von Haaren in die Haut. Diese wirken per se bereits als Fremdkörper und bilden zudem eine Leitstruktur fĂŒr Keime, die in dieser Region regelmĂ€ĂŸig in großer Zahl vorkommen. Kommt noch starkes Schwitzen hinzu, so besteht ein fĂŒr Bakterien optimales feucht-warmes Milieu. Die Folgen sind starke EntzĂŒndung und Eiterbildung. Ein enges (apfelförmiges) GesĂ€ĂŸ sowie Übergewicht gelten als ungĂŒnstige Faktoren.

Chronischer fistelnder Verlauf

Es finden sich keine akuten EntzĂŒndungszeichen, dafĂŒr aber eine dauerhafte Absonderung (Fistelsekretion) in Form von Eiter bzw. Wundsekret oder blutiger FlĂŒssigkeit. Es besteht kein Juckreiz, die UnterwĂ€sche wird mit Eiter oder Blut verschmiert. Die Steißbeinfistel kann sich innerhalb weniger Tage auf FaustgrĂ¶ĂŸe entzĂŒnden und somit einen stechenden Schmerz hervorrufen.

Diagnosestellung

Die Diagnosestellung ist aufgrund der Krankheitsgeschichte und Schilderung der Beschwerden relativ einfach. Eine einfache Untersuchung in der Steißbeinregion genĂŒgt. Sowohl Beschwerden im chronischen Stadium (Schmerzen, Sekretion) als auch als Komplikation auftretende Abszedierungen begrĂŒnden die TherapiebedĂŒrftigkeit. Typischer und diagnoseweisender Befund sind kleine Fistelöffnungen und/oder schmerzhafte Schwellungen in der GesĂ€ĂŸfalte beziehungsweise am Steißbein, welche das Sitzen erschweren.

Therapie

Operation

Als einzige erfolgversprechende Therapie des chronischen Sinus pilonidalis ist bisher die chirurgische Exzision anerkannt. Bei der klassischen Operation wird die Fistel meist mit Methylenblau gefĂ€rbt, um das gesamte betroffene Gewebe großflĂ€chig zu exzidieren und ein Rezidiv zu vermeiden. Es wird möglichst nicht bis auf die Knochenhaut des Steißbeins ausgeschnitten oder anschließend abgeschabt, da hier langwierige Wundheilungsstörungen zu erwarten sind. Der Sinn dieser RadikalitĂ€t ist nie bewiesen worden. Die Operation verlĂ€uft in der Regel unter Narkose, bei weniger schweren FĂ€llen (kleines, noch nicht entzĂŒndetes Fistelsystem) auch unter örtlicher BetĂ€ubung. Es kann ein Krankenhausaufenthalt von drei bis vier Tagen nötig sein. Immer öfter aber werden diese Operationen ambulant durchgefĂŒhrt.

Wird nach der Exzision eine offene Wundbehandlung (sekundĂ€re Wundheilung) durchgefĂŒhrt, resultiert eine lange Krankheitsdauer der Patienten, je nach GrĂ¶ĂŸe des Befundes bis zu mehreren Monaten. Die Vakuumtherapie ist eine Methode, um eine sekundĂ€re Wundheilung zu beschleunigen, die Kosten werden aber fĂŒr den ambulanten Bereich in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen nicht ĂŒbernommen. Ein Vorteil der offenen Wundbehandlung ist die im Vergleich zum primĂ€ren Wundverschluss geringere Rate von Rezidiven.

Eine schnellere Genesung wird durch den PrimĂ€rverschluss (ZunĂ€hen) der Wundhöhle angestrebt. Aufgrund der infektiösen Krankheitsgenese und der anatomisch ungĂŒnstigen Lage der Wunde bei symmetrischer Exzision und Wundverschluss in der Mittellinie sind Wundheilungsstörungen hĂ€ufig, sie treten bei bis zu 40 % der Patienten auf. Ein weiteres Problem stellt die hohe Rezidivrate von bis zu 20 % innerhalb von drei Jahren dar.

Ausgehend von pathophysiologischen Überlegungen und in Anbetracht der besonderen anatomischen Bedingungen wurde von G. Karydakis seit Ende der 1960er Jahre ein alternatives Operationsverfahren entwickelt und angewendet, dessen Kernelement in der asymmetrischen Exzision des Sinus liegt, sodass die resultierende Wunde außerhalb der Mittellinie zu liegen kommt. Damit erreichte er eine Rezidivrate von nur 1 %.cite-ref-12[12]cite-ref-13[13] Mehrere Varianten dieser Operationsmethode bis hin zu aufwendigen Lappenplastiken (Limberg-Flap) wurden entwickelt, das wesentliche Ziel all dieser Methoden ist die Verlagerung der Wunde bzw. Narbe aus der Mittellinie, um Wundheilungsstörungen und Rezidive zu verhindern. Dadurch lĂ€sst sich eine schnellere Wundheilung erreichen. Aktuelle Studien belegen eine leichte Überlegenheit der Karydakis-Flap gegenĂŒber der Limberg-Flap Methode bezĂŒglich der Heilung und der Patientenzufriedenheit bei vergleichbaren Rezidivraten.cite-ref-14[14]cite-ref-15[15]

Minimalinvasive Operationstechniken

Auch bei der von Lord und Millar bereits 1964 publiziertencite-ref-16[16] und von John Bascom, Eugene (Oregon) verbreiteten Operationstechnik („pit-picking“cite-ref-17[17]) ist ein Grundprinzip die Vermeidung grĂ¶ĂŸerer Inzisionen in der Mittellinie. Hier werden in der Mittellinie nur reiskorngroß die Ausgangspunkte der abszedierenden EntzĂŒndung, die eingewachsenen Haarfollikel („pits“) ausgeschnitten, die Fistel unter Schonung des umgebenden Gewebes bis in die Tiefe von Haaren und Granulationsgewebe befreit und gegebenenfalls ergĂ€nzend die Abszesshöhle von einer seitlichen Inzision ausgerĂ€umt. Eine radikale Ausschneidung lĂ€sst sich so meist vermeiden, der Gewebsdefekt minimieren und die Heilungszeit erheblich verkĂŒrzen. Dieses Verfahren wurde von Chirurgen in ZĂŒrich und MĂŒnchen weiterentwickelt. Bei der „minimal-tubulĂ€re Excision“cite-ref-18[18] oder „Sinusektomie“cite-ref-19[19] genannten Technik wird ĂŒber die kleinen ZugĂ€nge des pit-picking der Fistelgang selektiv im ganzen entfernt. Damit verbindet man die Vorteile der kleinen Wunden mit der VollstĂ€ndigkeit der Entfernung. Auch die ErgĂ€nzung des Pit-picking durch eine Laser-Ablation des entzĂŒndlichen Gewebes unter Zuhilfenahme einer radial abstrahlenden Glasfasersonde (vergleichbar der FiLaC Technik bei der Analfistel) scheint die Langzeit-Heilungsraten des pit-picking zu verbessern.

Prophylaxe

Es hat sich bewÀhrt, die Behaarung der Anogenitalregion mittels Laser-Epilation zu beseitigen. Normale Enthaarung reicht nicht aus, da das Haar nicht vollstÀndig entfernt wird. Postoperativ sollte die Stelle haarfrei gehalten und konsequent rasiert werden.

Die Empfehlung zur postoperativen Enthaarung durch eine Rasurdepilation, wie beispielsweise die Klingenrasur, ist heute umstritten. Eine Studie der deutschen Bundeswehr kommt zu dem Ergebnis, dass Patienten mit konsequenter Klingenrasur eine höhere Pilonidalsinus-Rezidivrate hatten als die Patienten, die auf eine Rasur verzichteten. Die Patienten, die auf eine Rasur verzichteten, hatten nach Angabe in einem telefonischen Follow-up-Interview eine Rezidivrate von 19,7 % (77/391). Diejenigen, die der Empfehlung zur Rasur folgten, hatten eine Rezidivrate von 30,1 % (34/113).cite-ref-20[20]

Die postoperative Haarentfernung mittels Laser gilt als vielversprechende Maßnahme zur Reduzierung der Rezidivrate. Neuere Meta-Analysencite-ref-21[21] lassen eine Verminderung der Rezidivrate wahrscheinlich erscheinen, weitere Studien sind notwendig.cite-ref-22[22]

Siehe auch

‱ Teratom

Literatur

‱ J.U. Bascom: Procedures for pilonidal disease. In: Rob & Smiths Operative Surgery. Surgery of the Colon, Rectum and Anus. 5th edition. Chapman & Hall, London / Glasgow / New York / Melbourne 1994
‱ J. Bascom: Long-term Results of Follicle Removal. In: Dis Colon Rectum. 1983, 26, 12, S. 800–807.
‱ A. M. Downs, J. Palmer: Laser hair removal for recurrent pilonidal sinus disease. In: J Cosmet Laser Ther. Band 4, 2002, S. 91.
‱ A. Hegele u. a.: Reconstructive surgical therapy of infected pilonidal sinus. In: Chirurg. Band 74, 2003, S. 749–752.
‱ R. U. Hodges: Pilonidal sinus. In: Boston Med Surg J. Band 103, 1880, S. 485.
‱ Igors Iesalnieks, Andreas Ommer: Behandlung des Sinus pilonidalis. In: Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 12–21. DOI:10.3238/arztebl.2019.0012 (Digitalisat)
‱ S. Matsushita u. a.: A case of squamous cell carcinoma arising in a pilonidal sinus. In: The Journal of Dermatology. Band 29, 2002, S. 757–758.
‱ I. J. McCallum u. a.: Healing by primary closure versus open healing after surgery for pilonidal sinus: systematic review and meta-analysis. In: BMJ. 336, 2008, S. 868–871.
‱ K. Sondenaa u. a.: Influence of failure of primary wound healing on subsequent recurrence of pilonidal sinus. Combined prospective study and randomised controlled trial. In: Eur J Surg. Band 168, 2002, S. 614–618.
‱ M. Testini u. a.: Treatment of chronic pilonidal sinus with local anaesthesia: a randomized trial of closed compared with open technique. In: Colorectal Disease. Band 3, 2001, S. 427–430.

Weblinks

Commons

: Sinus pilonidalis

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

‱ Manh Tuan: Dissertation zu Behandlungsmöglichkeiten des Sinus pilonidalis. (PDF; 660 kB) 1997
‱ Leitlinie zum Pilonidalsinus Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften
‱ Informationen zur Entstehung, Histologie und Sonomorphologie des Sinus pilonidalis sowie zur gewebsschonenden Operation „pit-picking“ und LASER-Fistelobliteration

Einzelnachweise

cite-note-11. ↑ I. Iesalnieks, A. Ommer, S. Petersen, D. Doll, A. Herold: German national guideline on the management of pilonidal disease. In: Langenbeck's Archives of Surgery. Band 401, Nr. 5, 2016, ISSN 1435-2443, S. 599–609, doi:10.1007/s00423-016-1463-7 (springer.com [abgerufen am 13. August 2019]).
cite-note-22. ↑ A. Ommer, E. Berg, C. Breitkopf, D. Bussen, D. Doll: S3-Leitlinie: Sinus pilonidalis: AWMF-Registriernummer: 081-009. In: coloproctology. Band 36, Nr. 4, 2014, ISSN 0174-2442, S. 272–322, doi:10.1007/s00053-014-0467-4 (springer.com [abgerufen am 13. August 2019]).
cite-note-33. ↑ H. D. Dahl, M. H. Henrich: [Light and scanning electron microscopy study of the pathogenesis of pilonidal sinus and anal fistula]. In: Langenbecks Archiv FĂŒr Chirurgie. Band 377, Nr. 2, 1992, ISSN 0023-8236, S. 118–124, PMID 1583981.
cite-note-44. ↑ Friederike Bosche, Markus M. Luedi, Dominic van der Zypen, Philipp Moersdorf, Bjoern Krapohl: The Hair in the Sinus: Sharp-Ended Rootless Head Hair Fragments can be Found in Large Amounts in Pilonidal Sinus Nests. In: World Journal of Surgery. Band 42, Nr. 2, Februar 2018, ISSN 1432-2323, S. 567–573, doi:10.1007/s00268-017-4093-5, PMID 28639004.
cite-note-55. ↑ R. Favre, P. Delacroix: [APROPOS OF 1,110 CASES OF PILONIDAL DISEASE OF COCCY-PERINEAL LOCALIZATION]. In: Memoires. Academie De Chirurgie (France). Band 90, 17. Juni 1964, ISSN 0368-8291, S. 669–676, PMID 14179186.
cite-note-66. ↑ Doll, D., Luedi, M. M., Wieferich, K., van der Zypen, D., Maak, M., Glanemann, M.: Stop insulting the patient: neither incidence nor recurrence in pilonidal sinus disease is linked to personal hygiene. Pilonidal Sinus Journal, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 16. Februar 2017; abgerufen am 7. MĂ€rz 2018. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.pilonidal.com.au
cite-note-77. ↑ Theo Evers, Dietrich Doll, Edouard Matevossian, Sebastian Noe, Konrad Neumann: [Trends in incidence and long-term recurrence rate of pilonidal sinus disease and analysis of associated influencing factors]. In: Zhonghua Wai Ke Za Zhi [Chinese Journal of Surgery]. Band 49, Nr. 9, 1. September 2011, ISSN 0529-5815, S. 799–803, PMID 22177433.
cite-note-88. ↑ Doll, D. Wilhelm, D. Ommer, A. Albers, K. Mordhorst, H. Iesalnieks, I. Vassiliu, P. Luedi, M. M.: Immediate cut hair translocation to the intergluteal fold in the hairdressers shop – another link to pilonidal sinus disease. Hrsg.: Pilonidal Sinus Journal. Band 5, Nr. 1. Pilonidal Sinus Journal, 2018, S. 23–32.
cite-note-99. ↑ Sven Petersen, Kai Wietelmann, Theo Evers, Norbert HĂŒser, Edouard Matevossian: Long-Term Effects of Postoperative Razor Epilation in Pilonidal Sinus Disease:. In: Diseases of the Colon & Rectum. Band 52, Nr. 1, 2009, ISSN 0012-3706, S. 131–134, doi:10.1007/DCR.0b013e3181972505 (ovid.com [abgerufen am 13. August 2019]).
cite-note-1010. ↑ Ömer Faruk Akıncı, Mikda: Incidence and Aetiological Factors in Pilonidal Sinus Among Turkish Soldiers. In: The European Journal of Surgery. Band 165, Nr. 4, 19. April 1999, ISSN 1102-4151, S. 339–342, doi:10.1080/110241599750006875 (tandf.co.uk [abgerufen am 13. August 2019]).
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