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Sinus pilonidalis
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Der Sinus pilonidalis (von lateinisch pilus âHaarâ und nidus âNestâ) ist eine chronisch-entzĂŒndliche Erkrankung der GesĂ€Ăfalte (Rima ani). Synonyme fĂŒr die Erkrankung sind SteiĂbeinfistel, Pilonidalzyste oder Sakraldermoid. Nach hĂ€ufiger Auffassung wird die Erkrankung durch in die Haut penetrierende Haare verursacht. Andere Meinungen gehen von einer angeborenen (kongenitalen) Missbildung aus. Auch Traumata (beispielsweise durch StĂŒrze verursacht) werden als mögliche Ursache diskutiert. Die beste Ăbersicht ĂŒber dieses Krankheitsbild bietet die S3-Leitlinie der AWMF und ihre entsprechenden Veröffentlichungen.cite-ref-1[1]cite-ref-2[2]
Contents
âą Epidemiologie
âą Ursachen
âą Stadien
âą Diagnosestellung
âą Therapie
âą Operation
âą Prophylaxe
âą Siehe auch
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Epidemiologie
Der Pilonidalsinus ist eine Erkrankung hauptsĂ€chlich junger MĂ€nner, bei der sich Haare im Weichteilmantel ĂŒber dem Kreuzbein nachweisen lassen. Die sich anschlieĂende EntzĂŒndungs- und Fremdkörperreaktion fĂŒhrt zur Bildung von GĂ€ngen mit narbigen GangwĂ€llen, die dann sekundĂ€r â von hautoberflĂ€chenwĂ€rts in die Tiefe â epithelialisieren.cite-ref-3[3] Einmal epithelialisiert, bildet sich der Fistelgang nur noch selten zurĂŒck. In der Tiefe der prĂ€sakralen Weichteile findet sich in 10â20 % der FĂ€lle zusĂ€tzlich eine Höhle, in der sich ein HaarknĂ€uel befindet â das der Krankheit namensgebende Haarnest. GĂ€nge und Haarnest unterhalten eine chronische EntzĂŒndungsreaktion, die akut exazerbieren kann. Die Erkrankung kann ausschlieĂlich chirurgisch saniert werden.
Von Herbert Mayo im Jahre 1833 zuerst schriftlich erwĂ€hnt, hat A. W. Anderson in seiner Publikation âHair extracted from an ulcerâ 1847 erstmals ĂŒber einen Haarfund in einem Ulcus âauf dem RĂŒckenâ eines 21-jĂ€hrigen Waldarbeiters berichtet [Mayo 1833, Anderson 1847]. Injektionen von Silbernitrat und Quecksilberchlorid in die Fistelöffnung brachten keine Heilung, und auch die Inzision des druckschmerzhaften paramedianen Herdes fĂŒhrten nicht zu einem Sistieren der Pussekretion â bis er aus der Tiefe der Wunde ein HaarbĂŒschel entfernte. Innerhalb der darauffolgenden drei Wochen verheilte der Befund. Es war Hodges 1880, der den Begriff des Haarnestes â Pilonidalsinus (von Lat. pilus = Haar; nidus = Nest) prĂ€gte, und so dieser weitverbreiteten Erkrankung einen Namen gab [Hodges 1880].
Die geschĂ€tzte jĂ€hrliche Inzidenz betrĂ€gt in Europa und Nordamerika 26 auf 100.000 Einwohner; in den MittelmeerlĂ€ndern ist die Inzidenz am höchsten, in Afrika und Asien ist diese Erkrankung nahezu unbekannt. Dickes, gerades Haar begĂŒnstigt die Bildung des Pilonidalsinus, wĂ€hrend weiche, gekrĂ€uselte Haare diese vermeiden.cite-ref-4[4] Da MĂ€nner 4- bis 12-fach hĂ€ufiger als Frauen betroffen sind und der Altersgipfel im 16. bis 26. Lebensjahr liegt, ist die Erkrankung auch bei jungen Rekruten ein nicht unbetrĂ€chtliches Gesundheitsproblem. Aufgrund des gehĂ€uften Auftretens bei US-amerikanischen Soldaten im Zweiten Weltkrieg wurde die Erkrankung im englischen Sprachraum auch Jeepâs disease oder auch Jeep driverâs disease beziehungsweise Jeep riderâs disease genannt. Mittlerweile hat sich gezeigt, dass Autofahren oder angeblich mangelnde Hygiene nicht fĂŒr die Erkrankung verantwortlich sind.cite-ref-5[5]cite-ref-6[6]
Auch kann das Krankheitsbild bei Friseuren zwischen den Fingern (interdigital) auftreten und wird durch eingedrungene Schnitthaare verursacht, weshalb die Krankheit auch als âZwischenfingerhaartaschenerkrankungâ oder eben âFriseurkrankheitâ bezeichnet wird. Hundefriseure und Schafscherer können hiervon ebenfalls betroffen sein.
Bei Bundeswehrsoldaten ist die Inzidenz zwischen 1986 und 2006 von 50/100.000 auf 260/100.000 angestiegen; ein vergleichbarer Anstieg findet sich auch im Bereich der zivilen Bevölkerung.cite-ref-7[7] Zugleich verringert sich das Erkrankungsalter weiter. Die Ursachen sind unklar.
Ursachen
Es gibt zwei Thesen zur Ursache:
Angeborene Pilonidalzyste
Bis Mitte des 20. Jahrhunderts wurde fĂ€lschlicherweise davon ausgegangen, dass der Pilonidalsinus angeboren sei, da er ausschlieĂlich in der Mittellinie zu finden ist. Das Haarnest, so wurde postuliert, sei wĂ€hrend eines fehlerhaften Ektodermschlusses ĂŒber dem Neuralrohr durch Versprengung von Haarfollikeln in das Subkutangewebe entstanden [Fox 1935]. Auch könne ein Neuroporus (eine Ăffnung am Ende eines Neuralrohres bzw. Nervenrohres) erhalten geblieben sein, der eine Verbindung zu SteiĂbeinspitze, Analrand, Damm oder Sakralhaut schaffe [Gage 1935; Kooistra 1942]. Alternativ sei eine embryologische angelegte VestigialdrĂŒse (Ă€hnlich der am schwanznahen RĂŒcken der Vögel angelegten TalgdrĂŒse) die Ursache [Tourneux 1887].
In der Tat können Pilonidalsinus in seltenen FĂ€llen bereits in utero im Ultraschall dargestellt werden [Efrat 2001; Zimmer 1996] und auch mit RĂŒckbildungsstörungen wie dem sogenannten Faunenschwanz verknĂŒpft sein [Laurent 1998]. Kongenitale Sinus sind mit einer erhöhten Inzidenz an kongenitalen Anomalien von RĂŒckenmark und Spinalkanal behaftet [Avni 1991; Goldberg 1978]. Ferner ist bekannt, dass durch hohe Phenytoin-Spiegel wĂ€hrend der Schwangerschaft eine Pilonidalsinus-Bildung bei Neugeborenen hervorgerufen werden kann [Yang 1978]. FĂŒr die ektodermale Theorie der versprengten Hautanhangsgebilde spricht, dass Pilonidalsinus nur streng in der Mittellinie der hinteren SchweiĂrinne auftreten â der Fusionslinie der dorsalen Raphe. FĂŒr eine genetische Veranlagung spricht weiter, dass eine familiĂ€re HĂ€ufung des Pilonidalsinus zu beobachten ist [Akinci 1999]. Dennoch ist der im prĂ€pubertĂ€ren Alter auftretende [Chamberlain 1974] und entzĂŒndete Sinus pilonidalis eine Seltenheit; wenn, tritt er 4,5-fach hĂ€ufiger bei MĂ€dchen als bei Jungen auf [Gollady 1990].
Gegen die Theorie des Neuroporus spricht, dass nur selten ĂŒber Meningitiden als Folge einer Pilonidalsinuserkrankung berichtet wird [Brook 1985; Forgrave 1951]. Gegen die Theorie des versprengten Ektoderms spricht, dass sich keine weiteren, mitversprengten Hautanhangsgebilde wie TalgdrĂŒsen, Follikel oder SchweiĂdrĂŒsen in den GĂ€ngen oder dem Haarnest des Pilonidalsinus darstellen lassen [Dahl 1992; Stelzner 1984]. Auch erklĂ€ren die kongenitalen Theorien nicht, warum die Erkrankung in der PubertĂ€t gehĂ€uft, und dort vermehrt bei MĂ€nnern auftritt [Akinci 1999]; warum Patienten mit einem steileren GesĂ€Ăspalt [Akinci 2009] und einer dickeren prĂ€sakralen Fettpolsterung [Balik 2006] zur Sinusbildung neigen.
Erworbener Pilonidalsinus
Der erworbene Sinus pilonidalis ist weitaus hĂ€ufiger als die extrem seltene angeborene Form. Zur Entstehung des erworbenen Sinus gibt es zwei Theorien: FrĂŒher ging man davon aus, dass der Pilonidalsinus infolge einer Haarbildungsstörung entsteht, bei der das von der Haarwurzel gebildete Keratin nicht geordnet zu einem Haar aufgebaut wird, sondern als schollenförmig abgelagertes Keratin zunĂ€chst Ausgangspunkt eines Fremdkörpergranuloms (der Abkapselung des Materials) und in einem zweiten Schritt durch Infektion mit den normalen Bakterien der Haut zu einer eitrigen EntzĂŒndung (Abszess) wird (Follikulitis-Plug-Theorie). Dieses erklĂ€rt jedoch nicht, warum bei intergluteal völlig unbehaarten Frauen ein Pilonidalsinus entstehen könnte. Heute hingegen verdichten sich die Hinweise, dass der Pilonidalsinus durch das Eindringen von Schnitthaarfragmenten durch die intakte Epidermis hindurch erfolgen kann. In diesem Fall findet man in dem Fistelgang bzw. der Abszesshöhle bis zu 400 kurze, scharfe Haarfragmente [Bosche 2017]. Diese Schnitthaare stammen in nicht wenigen FĂ€llen vom Hinterkopf, wie kriminaltechnische und statistische Verfahren zeigen konnten [Doll 2018]. Diese Schnitthaare sind bereits unmittelbar nach dem Haarschnitt in der hinteren SchweiĂrinne bis in dem Lendenwirbelbereich nachweisbar.cite-ref-8[8] HĂ€ufige Kurzhaarschnitte von trockenem Haar sowie Rasur von Nacken, RĂŒcken und GesÀà erhöhen die Anzahl der scharfen Haarfragmente und erhöhen die Rezidivrate nach Operation.cite-ref-9[9] Dieser Mechanismus könnte auch erklĂ€ren, warum Pilonidalsinus â neben der Anwesenheit der jungen MĂ€nner mit entsprechendem Krankheitsdisposition â im MilitĂ€r hĂ€ufiger zu beobachten ist.cite-ref-10[10]
Stadien
Blande Verlaufsform
Die blande (milde) Verlaufsform ist die schwĂ€chste Form. Sie weist keinerlei EntzĂŒndungszeichen auf. In der Rima ani (GesĂ€Ăfalte) bestehen nur wenige kleine Fistelöffnungen, die im Deutschen als âPorusâ, im Englischen als âpitâ bezeichnet werden. Darunter findet man einen subkutan gelegenen Hohlraum (Sinus), der von Granulationsgewebe umgeben ist.cite-ref-igors-11-0[11]
Akut abszedierende Verlaufsform
Durch Reibung der GesĂ€ĂhĂ€lften aneinander kommt es gerade bei starker Behaarung zu einer EinspieĂung von Haaren in die Haut. Diese wirken per se bereits als Fremdkörper und bilden zudem eine Leitstruktur fĂŒr Keime, die in dieser Region regelmĂ€Ăig in groĂer Zahl vorkommen. Kommt noch starkes Schwitzen hinzu, so besteht ein fĂŒr Bakterien optimales feucht-warmes Milieu. Die Folgen sind starke EntzĂŒndung und Eiterbildung. Ein enges (apfelförmiges) GesÀà sowie Ăbergewicht gelten als ungĂŒnstige Faktoren.
Chronischer fistelnder Verlauf
Es finden sich keine akuten EntzĂŒndungszeichen, dafĂŒr aber eine dauerhafte Absonderung (Fistelsekretion) in Form von Eiter bzw. Wundsekret oder blutiger FlĂŒssigkeit. Es besteht kein Juckreiz, die UnterwĂ€sche wird mit Eiter oder Blut verschmiert. Die SteiĂbeinfistel kann sich innerhalb weniger Tage auf FaustgröĂe entzĂŒnden und somit einen stechenden Schmerz hervorrufen.
Diagnosestellung
Die Diagnosestellung ist aufgrund der Krankheitsgeschichte und Schilderung der Beschwerden relativ einfach. Eine einfache Untersuchung in der SteiĂbeinregion genĂŒgt. Sowohl Beschwerden im chronischen Stadium (Schmerzen, Sekretion) als auch als Komplikation auftretende Abszedierungen begrĂŒnden die TherapiebedĂŒrftigkeit. Typischer und diagnoseweisender Befund sind kleine Fistelöffnungen und/oder schmerzhafte Schwellungen in der GesĂ€Ăfalte beziehungsweise am SteiĂbein, welche das Sitzen erschweren.
Therapie
Operation
Als einzige erfolgversprechende Therapie des chronischen Sinus pilonidalis ist bisher die chirurgische Exzision anerkannt. Bei der klassischen Operation wird die Fistel meist mit Methylenblau gefĂ€rbt, um das gesamte betroffene Gewebe groĂflĂ€chig zu exzidieren und ein Rezidiv zu vermeiden. Es wird möglichst nicht bis auf die Knochenhaut des SteiĂbeins ausgeschnitten oder anschlieĂend abgeschabt, da hier langwierige Wundheilungsstörungen zu erwarten sind. Der Sinn dieser RadikalitĂ€t ist nie bewiesen worden. Die Operation verlĂ€uft in der Regel unter Narkose, bei weniger schweren FĂ€llen (kleines, noch nicht entzĂŒndetes Fistelsystem) auch unter örtlicher BetĂ€ubung. Es kann ein Krankenhausaufenthalt von drei bis vier Tagen nötig sein. Immer öfter aber werden diese Operationen ambulant durchgefĂŒhrt.
Wird nach der Exzision eine offene Wundbehandlung (sekundĂ€re Wundheilung) durchgefĂŒhrt, resultiert eine lange Krankheitsdauer der Patienten, je nach GröĂe des Befundes bis zu mehreren Monaten. Die Vakuumtherapie ist eine Methode, um eine sekundĂ€re Wundheilung zu beschleunigen, die Kosten werden aber fĂŒr den ambulanten Bereich in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen nicht ĂŒbernommen. Ein Vorteil der offenen Wundbehandlung ist die im Vergleich zum primĂ€ren Wundverschluss geringere Rate von Rezidiven.
Eine schnellere Genesung wird durch den PrimĂ€rverschluss (ZunĂ€hen) der Wundhöhle angestrebt. Aufgrund der infektiösen Krankheitsgenese und der anatomisch ungĂŒnstigen Lage der Wunde bei symmetrischer Exzision und Wundverschluss in der Mittellinie sind Wundheilungsstörungen hĂ€ufig, sie treten bei bis zu 40 % der Patienten auf. Ein weiteres Problem stellt die hohe Rezidivrate von bis zu 20 % innerhalb von drei Jahren dar.
Ausgehend von pathophysiologischen Ăberlegungen und in Anbetracht der besonderen anatomischen Bedingungen wurde von G. Karydakis seit Ende der 1960er Jahre ein alternatives Operationsverfahren entwickelt und angewendet, dessen Kernelement in der asymmetrischen Exzision des Sinus liegt, sodass die resultierende Wunde auĂerhalb der Mittellinie zu liegen kommt. Damit erreichte er eine Rezidivrate von nur 1 %.cite-ref-12[12]cite-ref-13[13] Mehrere Varianten dieser Operationsmethode bis hin zu aufwendigen Lappenplastiken (Limberg-Flap) wurden entwickelt, das wesentliche Ziel all dieser Methoden ist die Verlagerung der Wunde bzw. Narbe aus der Mittellinie, um Wundheilungsstörungen und Rezidive zu verhindern. Dadurch lĂ€sst sich eine schnellere Wundheilung erreichen. Aktuelle Studien belegen eine leichte Ăberlegenheit der Karydakis-Flap gegenĂŒber der Limberg-Flap Methode bezĂŒglich der Heilung und der Patientenzufriedenheit bei vergleichbaren Rezidivraten.cite-ref-14[14]cite-ref-15[15]
Minimalinvasive Operationstechniken
Auch bei der von Lord und Millar bereits 1964 publiziertencite-ref-16[16] und von John Bascom, Eugene (Oregon) verbreiteten Operationstechnik (âpit-pickingâcite-ref-17[17]) ist ein Grundprinzip die Vermeidung gröĂerer Inzisionen in der Mittellinie. Hier werden in der Mittellinie nur reiskorngroĂ die Ausgangspunkte der abszedierenden EntzĂŒndung, die eingewachsenen Haarfollikel (âpitsâ) ausgeschnitten, die Fistel unter Schonung des umgebenden Gewebes bis in die Tiefe von Haaren und Granulationsgewebe befreit und gegebenenfalls ergĂ€nzend die Abszesshöhle von einer seitlichen Inzision ausgerĂ€umt. Eine radikale Ausschneidung lĂ€sst sich so meist vermeiden, der Gewebsdefekt minimieren und die Heilungszeit erheblich verkĂŒrzen. Dieses Verfahren wurde von Chirurgen in ZĂŒrich und MĂŒnchen weiterentwickelt. Bei der âminimal-tubulĂ€re Excisionâcite-ref-18[18] oder âSinusektomieâcite-ref-19[19] genannten Technik wird ĂŒber die kleinen ZugĂ€nge des pit-picking der Fistelgang selektiv im ganzen entfernt. Damit verbindet man die Vorteile der kleinen Wunden mit der VollstĂ€ndigkeit der Entfernung. Auch die ErgĂ€nzung des Pit-picking durch eine Laser-Ablation des entzĂŒndlichen Gewebes unter Zuhilfenahme einer radial abstrahlenden Glasfasersonde (vergleichbar der FiLaC Technik bei der Analfistel) scheint die Langzeit-Heilungsraten des pit-picking zu verbessern.
Prophylaxe
Es hat sich bewÀhrt, die Behaarung der Anogenitalregion mittels Laser-Epilation zu beseitigen. Normale Enthaarung reicht nicht aus, da das Haar nicht vollstÀndig entfernt wird. Postoperativ sollte die Stelle haarfrei gehalten und konsequent rasiert werden.
Die Empfehlung zur postoperativen Enthaarung durch eine Rasurdepilation, wie beispielsweise die Klingenrasur, ist heute umstritten. Eine Studie der deutschen Bundeswehr kommt zu dem Ergebnis, dass Patienten mit konsequenter Klingenrasur eine höhere Pilonidalsinus-Rezidivrate hatten als die Patienten, die auf eine Rasur verzichteten. Die Patienten, die auf eine Rasur verzichteten, hatten nach Angabe in einem telefonischen Follow-up-Interview eine Rezidivrate von 19,7 % (77/391). Diejenigen, die der Empfehlung zur Rasur folgten, hatten eine Rezidivrate von 30,1 % (34/113).cite-ref-20[20]
Die postoperative Haarentfernung mittels Laser gilt als vielversprechende MaĂnahme zur Reduzierung der Rezidivrate. Neuere Meta-Analysencite-ref-21[21] lassen eine Verminderung der Rezidivrate wahrscheinlich erscheinen, weitere Studien sind notwendig.cite-ref-22[22]
Siehe auch
Literatur
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âą J. Bascom: Long-term Results of Follicle Removal. In: Dis Colon Rectum. 1983, 26, 12, S. 800â807.
âą A. M. Downs, J. Palmer: Laser hair removal for recurrent pilonidal sinus disease. In: J Cosmet Laser Ther. Band 4, 2002, S. 91.
âą A. Hegele u. a.: Reconstructive surgical therapy of infected pilonidal sinus. In: Chirurg. Band 74, 2003, S. 749â752.
âą R. U. Hodges: Pilonidal sinus. In: Boston Med Surg J. Band 103, 1880, S. 485.
âą Igors Iesalnieks, Andreas Ommer: Behandlung des Sinus pilonidalis. In: Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 12â21. DOI:10.3238/arztebl.2019.0012 (Digitalisat)
âą S. Matsushita u. a.: A case of squamous cell carcinoma arising in a pilonidal sinus. In: The Journal of Dermatology. Band 29, 2002, S. 757â758.
âą I. J. McCallum u. a.: Healing by primary closure versus open healing after surgery for pilonidal sinus: systematic review and meta-analysis. In: BMJ. 336, 2008, S. 868â871.
âą K. Sondenaa u. a.: Influence of failure of primary wound healing on subsequent recurrence of pilonidal sinus. Combined prospective study and randomised controlled trial. In: Eur J Surg. Band 168, 2002, S. 614â618.
âą M. Testini u. a.: Treatment of chronic pilonidal sinus with local anaesthesia: a randomized trial of closed compared with open technique. In: Colorectal Disease. Band 3, 2001, S. 427â430.
Weblinks
Commons
: Sinus pilonidalis
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
⹠Manh Tuan: Dissertation zu Behandlungsmöglichkeiten des Sinus pilonidalis. (PDF; 660 kB) 1997
âą Leitlinie zum Pilonidalsinus Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften
âą Informationen zur Entstehung, Histologie und Sonomorphologie des Sinus pilonidalis sowie zur gewebsschonenden Operation âpit-pickingâ und LASER-Fistelobliteration
Einzelnachweise
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